Xenia Rösch

Wohnen – bezahlbar, gerecht, klimafreundlich

Wohnen ist eine der großen sozialen Gerechtigkeitsfragen unserer Zeit. In Baden-Württemberg steigen die Mieten selbst in ländlichen Regionen rapide, während bezahlbarer Wohnraum immer knapper wird. Was früher für viele ein erreichbares Ziel war – Wohneigentum als Sicherheit und Aufstiegschance – wird heute für viele Menschen zum unerreichbaren Traum. Hohe Mieten setzen Familien, Alleinerziehende und junge Menschen unter Druck und bedrohen ihre Lebensperspektiven.

Bezahlbarer Wohnraum ist Daseinsvorsorge. Deshalb müssen Land und Bund hier gemeinsam Verantwortung übernehmen. Künftig sollte jeder Euro an Bundesmitteln durch einen Euro Landesmittel ergänzt werden, um den sozialen Wohnungsbau nachhaltig zu stärken. Wir brauchen eine Offensive für den Neubau von bezahlbarem Mietwohnraum, besonders im Geschossbau – altersgerecht, familienfreundlich und klimaneutral. Kommunale und gemeinwohlorientierte Bauträger müssen im Mittelpunkt der Förderung stehen. Auch Wohnheime für Auszubildende und Studierende sollen gezielt unterstützt werden. Das Land selbst muss wieder aktiv bauen – mit einer neuen Wohngemeinnützigkeit, die dauerhaft bezahlbare Wohnungen schafft und sie der Spekulation entzieht.

Niemand soll mehr als 30 Prozent seines Nettoeinkommens für die Miete aufbringen müssen. Die Mietbelastung darf keine Existenzen gefährden. Wir brauchen eine Mietenoffensive, die den sozialen Wohnungsbau stärkt, bestehende Wohnungen schützt und faire Mieten sichert. Dazu gehört, dass die Mietpreisbremse auf mehr Kommunen ausgeweitet und ihre Wirkung verbessert wird. Gleichzeitig muss das Zweckentfremdungsverbot konsequenter durchgesetzt und mit höheren Bußgeldern versehen werden, um Leerstand und illegale Nutzung zu verhindern.

Wohnen darf aber nicht nur bezahlbar, sondern muss auch klimagerecht sein. Nachhaltiges Bauen muss wirtschaftlich möglich bleiben – durch gezielte Anreize und Förderprogramme. Wir brauchen Nachverdichtung, Umnutzung leerstehender Gebäude und die Wiederbelebung von Ortskernen, statt neuen Flächenverbrauch auf der grünen Wiese. So verbinden wir Klimaschutz mit lebendigen Städten und Gemeinden.

Auch junge Familien sollen sich Wohneigentum wieder leisten können. Ein gezielter Impuls wäre, beim Ersterwerb von Immobilien die Grunderwerbsteuer ganz oder teilweise zu erstatten. Das entlastet gezielt, unbürokratisch und unabhängig vom Zeitpunkt der Antragstellung – und schafft neue Perspektiven für Familien, die hier ihre Zukunft aufbauen wollen.